Wie der Chor in Coronazeiten probt

Der Chor bei seiner ersten gemeinsamen Probe im Kleinen Theater Haar

In den Medien steht zu lesen, wie gefährlich Chorsingen ist. Durch die notwendige Kraft beim Singen werden Aerosole stärker verteilt als etwa in einem normalen Gespräch. Lange war uns verboten zu singen, doch seit zwei Wochen können wir nun wieder gemeinsam Singen und wir finden es großartig.

Doch einfach ist dies bei Weitem nicht. Zuerst kam die Ernüchterung, dass in unserem angestammten Probenraum, auch wenn er groß ist, nur 8 Sänger sein dürfen. Wir fingen also an, ein Hygienekonzept zu erstellen. Es wurde überlegt, ob wir unter Einhaltung der bayrischen Vorschriften mehr Leute unterbringen könnten. Gleichzeitig haben wir verschiedene größere Räume angefragt. Bei manchen Stellen stießen wir auf wenig Verständnis, aber andere Veranstalter kamen uns sehr entgegen und waren sehr verständnisvoll.

Mit dem Kleinen Theater haben wir einen perfekten Probenraum angeboten bekommen mit einer tollen Akustik und zu fantastischen Konditionen. Voller Vorfreude begannen wir mit den Planungen. Es wurde ein Hygienekonzept abgestimmt, Platzkarten angefertigt und dann sangen wir zum ersten Mal seit 14 Wochen wieder gemeinsam. Es zeigte sich, dass die Onlineproben nicht umsonst waren. Wir konnten, nachdem wir uns an das distanzierte Singen gewöhnt hatten, mehrere neu geprobte Stücke durchsingen und gleich mit der Feinarbeit beginnen.

Der einzige Nachteil an den Räumlichkeiten im kleinen Theater ist, dass dieser Raum nicht jeden Donnerstag zur Verfügung steht. Vom Reitsbergerhof in Vaterstetten wurde uns für eine sehr geringe Pauschale eine große Halle zur Verfügung gestellt, die eine überraschend gute Akustik hat. Dies ist allerdings nur eine Lösung für die Sommermonate. Zum Glück wurde uns noch eine zweite Räumlichkeit angeboten. Aber zumindest bis Mitte Oktober haben wir nun Möglichkeiten zum gemeinsamen Proben.

Eine Sache hat sich nach den ersten Proben gezeigt, die uns vielleicht sogar nach Corona noch erhalten bleiben wird. Es steht ein Laptop neben unserer Chorleiterin zum Übertragen der Probe per Zoom. Es gibt ein paar Sänger, die aus gesundheitlichen Gründen oder Angst, einen näheren Angehörigen anstecken zu können, noch nicht an einer gemeinsamen Probe teilnehmen wollen. Das ist vollkommen in Ordnung, aber wir wollten allen die Möglichkeit geben, mitzumachen und wieder Teil der Gemeinschaft zu sein.

Das gemeinsame Proben geht also weiter. Ob wir unsere Weihnachtskonzerte, für die wir nun proben, abhalten können, werden wir sehen. Wenn nicht heuer, dann eben im nächsten Jahr. Für uns ist in erster Linie jetzt wichtig, dass wir wieder gemeinsam Singen.

Unsere zweite Chorprobe im eher kargen Ambiente, aber mit überraschend guter Akustik
Chorsängern, die nicht teilnehmen können oder wollen wird die Möglichkeit geboten, per Zoom teilzunehmen.
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